Apr
08

Hallo Welt!

Geschichten zum Haare raufen!

Wer kennt sie nicht? Kleine Vorkommnisse des Alltags, die einen einfach nur die Haare raufen lassen, weil man nicht nachvollziehen kann, warum das jetzt so passiert ist, wenn es doch hätte anders laufen können.

“Hätte, wenn und aber”…ist aber nicht!

Erfahrt demnächst mehr über die Motivation des Blogs und lest Geschichten, die das Leben schreibt.

Nov
10

“Wie konntest Du?”

Solange Menschen denken, das Tiere nicht fühlen können, müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken können..

“Wie konntest Du”

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen.
Du nanntest mich “dein Baby”, und, obwohl ich einige Nippes “killte” wurde ich deine beste Freundin.

Wann immer ich etwas “anstellte”, hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: “Wie konntest du!?”,
Aber schon warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.
Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich.
Aber ich verstand das immer, und spielte mit meinen Bällchen.

Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon.

Von deinem Frühstück gab´s für mich immer was vom Schinken, “aber nicht zuviel, das ist für Katzen ungesund!” Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.

Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um “Karriere” zu machen.

Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht. und freute mich, als du endlich “deinen” Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl.

Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte.
Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne.
Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.

Ich liebte die Kinder, und wurde “Gefangene der Liebe”. Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin.
Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufenlernen an mir fest.
Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still.
Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden.
Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.
Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir.
Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes “Ja” zur Antwort und wechseltest dann das Thema.
Ich war früher “deine Samtpfote” und bin heute “nur eine Katze”.
Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt.
Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren.
Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die richtig war. Obwohl einmal ich deine Familie war.

Die Autofahrt machte Spaß, weil auch die Kinder mitfuhren.
Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst, Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit.
Du fülltest Papiere aus und sagtest, das du wissen würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde.

Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig.
Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand.

Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie “Nein, nein nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!”
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen.
Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen.

Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen,
du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen “guten Platz” für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: “Wie konntest du?”

Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuließ.
Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen.

Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du zurück kämest, und mich hier rausholen würdest.
Dass alles nur ein böser Traum gewesen wäre und ich aufwachen würde . . . bei dir zu Hause . . .
Aber du kamst nie. Und dann, wann immer jemand an “meinem” Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte?
Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte?

Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte.
Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf.
Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle.

Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens.

Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus.
Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog.
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte.
Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen.
Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hineinfloss.
Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:” Wie konntest du?”

Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:” Es tut mir leid!” Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde.
Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden.
Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein “wie konntest du” nicht an sie gerichtet war.

Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.
Ich werde immer an dich denken und auf dich warten.
Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität wiederfährt. . . .

Einige Worte des Autors:

Wenn “Wie konntest du” Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist es erlaubt, diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen, in eine Familie zu integrieren, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen.

Jim Willis

Okt
20

Hobbies – oder ein Fass ohne Boden

Viele, viele Jahre meines Lebens habe ich ohne ein festes und lieb gewonnenes Hobby verbracht. Warum? Weil ich die dumme Angewohnheit habe, alles zu beginnen um mich dann, nach mehr oder weniger kurzer Zeit wieder davon ab- bzw. etwas viel interessanterem zuzuwenden.

Manche (und hierzu ich zähle mich ehrlich gesagt auch zuweilen) beschreiben mich in dieser Beziehung als extrem ungeduldig – weitere Attribute möchte ich hier gar nicht zum besten geben. Liebe, gute, mir wohl gesonnene Mitmenschen sagen hingegen, dies sei ein ganz klarer Ausdruck meiner mir eigenen Kreativität und meiner vielschichtigen Interessenlage. Klar bin ich wissensdurstig. Und natürlich finde ich eine breit gefächerte Ausprägung meines Allgemeinwissens erstrebenswert. Und muss ich mich vor diesem Hintergrund wirklich auf eine oder zwei Dinge beschränken, wo das Leben doch so viel mehr zu bieten hat?

Was wollte ich in meinem Leben nicht alles schon machen, unbedingt und mit jeder Menge Herzblut. Stricken z. B. fand ich eine Zeit lang unheimlich toll – auf dem Speicher meiner Eltern liegen noch heute ca. 25 Jahre alte begonnene und nie zum Ende gebrachte Pullover und Socken (Stricknadeln waren wohl nicht so teuer, anders kann ich mir das gar nicht erklären.). Oder Gitarre spielen (Ich muss zu meiner Entlastung anmerken, das war eine Idee meiner Mutter, die meinte, wenn man in einer sozialen Jugendeinrichtung ein freiwilliges soziales Jahr durchsteht, müsse man auch mind. ein Instrument erlernen. Ich war echt überzeugt von ihrer Theorie.) – die Gitarre ward gekauft und nach ca. 4 Jahren total eingestaubt wieder abgestoßen. Es gab einige dieser Anläufe. Und alle waren mit einem mal mehr, mal weniger hohen finanziellen Aufwand seitens meiner Eltern verbunden. Was mich nun davon abgehalten hat, dies bis zum heutigen Tage weiter zu treiben, war ein prägendes Erlebnis im Alter von ca. 15 Jahren…

Wir setzen und gedanklich in die 80er Jahre zurück. Und hier genau in die Musikszene dieser Zeit. Die ein oder anderen werden sich sicher noch daran erinnern, dass es kaum ein Musikstück gab, in dem nicht wenigstens ein Saxophon im Hintergrund zu hören war - wenn nicht sogar ein Solo zum Besten gegeben wurde. Damals hatte ich noch nichts mit Jazz und dem tatsächlich angebrachten Wirkungsfeld dieses wunderbaren Instruments im Sinn. Nicht die Musik an sich sondern lediglich der Klang dieses einen Blasinstruments brachte meiner Haut und mir regelmäßig kalte und heiße Schauer ein. Was lag da näher, als dieses Instrument sein eigen nennen und darauf spielen lernen zu wollen!? Meine Mutter sah bereits rote Zahlen auf dem Konto wegen horrend hoher Ausgaben für Hardware und Unterricht. Zum Glück war sie konsequent und sagte zu mir: “Du bekommst ein Saxophon und Unterricht – unter einer Bedingung. Du musst spielen und Unterricht nehmen und es gibt keine Ausreden und kein Zurück! Niemals!”

Was soll ich Euch sagen? Ich hab’ s mit der Angst bekommen, weil ich mich massiv in meiner Entfaltung beeinträchtigt sah. Ihr könnt Euch sicher denken, dass ich bis heute nie ein Saxophon besessen noch Unternehmungen zwecks Erlernen des Spiels unternommen habe. ;)

Und hier bin ich nun im Hier und Heute und habe mich seit dieser Erfahrung erfolgreich ohne Hobby durch’s Leben geschlagen. Nicht dass jetzt einer denkt, ich hätte nichts mit meiner Freizeit anzufangen gewusst. Da gibt es einiges, für das ich heute definitv keine Zeit mehr habe, denn ich habe seit kurzem zwei Leidenschaften, denen ich heißblütig nachgehe: Fotografie und Yoga. Ich zieh das durch und hab auch nach Monaten noch jede Menge, ach was, immer mehr Freude daran. Klasse, oder!?

Ob das am Alter und der damit verbundenen Lebenserfahrung und Weisheit liegt? Wenn dem so ist, hat die Sache bereits zwei Haken: ich wünschte, ich wäre noch mal 15 und könnte meine Mutter von dieser Leidenschaft überzeugen. Dann müsste ich mich heute nicht um dieses Fass ohne Boden sorgen. Das Fass, welches einen ständig dazu bewegt, sich mit dem nötigen Bedarf für’s Hobby auszustatten. Die theoretische Auseinandersetzung mit einer Thematik war da doch wesentlich erschwinglicher. Und Falten hatte ich damals auch noch nicht. ;)

Okt
10

Alle Wege führen nach Rom

… oder wohin auch immer ;)

irischer Wegweiser

Okt
07

Über das Lernen von Fremdsprachen – oder Häusle bauen Teil VI

Als einigermaßen offener und intelligenter Mensch (ja, ich weiß, das ist alles rein subjektiv…) sollte man sich ja bereits vor dem ersten Kontakt mit der weit verbreiteten Spezies namens “Handwerker” auf eine nicht immer ganz reibungslos verlaufende Kommunikation einstellen. Soweit ein Zustand, mit dem man sich zwar anfreunden muss, aber für die absehbare Zeit des Bauens auch kann, ohne sich dafür ein Bein ausreißen zu müssen. Zumal wir uns in der wirklich luxuriösen Lage befinden, unsere Architekten als Puffer dazwischen zu haben und der Kontakt zu den ausführenden Personen sich i. d. R. auf ein absolutes Minimum beschränkt. Bislang sind wir mehr als gut damit gefahren.

Problematisch wird es allerdings dann, wenn ein einziger Handwerker sich scheinbar partout nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, dass die Bauherren sich nicht mit dem täglich anfallenden Kleinkram abgeben können und wollen und daher für ein königliches Entgelt die o. g. Puffer eingebaut haben. Der uns wegen jeder Kleinigkeit informiert, obwohl dies doch der Job unserer Architekten ist. Wir haben da ein ganz klares Agreement: Wir = Bauherren, Architekt = Bauleiter. Und mit wem kommuniziert ein Handwerker bestenfalls? Sag ich ja die ganze Zeit!!

Ist doch alles nicht so kritisch, meint Ihr? Die Sache wird nicht einfacher, wenn der eigene Mann (seines Zeichens auch maßgeblich am Bauvorhaben beteiligt) sich als weitere Spezies in diesem Spiel outet und man ab sofort den Dolmetscher miemen muss. Und so kommt es, dass fast immer ich das Telefon in die Hand gedrückt bekomme, sobald unser Freund anruft, weil “meine Frau kann Ihnen das viel besser erklären”. Das mag ja sein. Das heißt aber nicht, dass es mir mehr Freude bereitet, Dinge zu besprechen, die bei unseren Architekten viel besser aufgehoben wären. Dass ich immer verstehe, was er mir denn jetzt eigentlich sagen will. Und v. a. dass ich es wesentlich einfacher wegstecke, wenn ich alles drei Mal hintereinander erzählt bekomme und ich nachher nicht mehr weiß, warum wir eigentlich miteinander gesprochen haben.

Das hat man dann davon, wenn man sich seiner Umwelt als kommunikationsfreudiger und freundlicher Zeitgenosse präsentiert. Eine Frikadelle an der Backe und ein rotes Ohr – und nicht zu vergessen: einen Mann an seiner Seite (bildlich gesprochen), der sich schief und kringelig lacht, wenn man gute Miene macht und versucht, den besten Freund des Häuslebauers bei Laune zu halten. Und dabei soll man dann auch noch ernst bleiben…

Ich bin froh, wenn der Tag X da ist. Dann hab ich nur noch den einen Spezialisten bei mir – und den weiß ich zum Glück zu händeln ;)

P.S. Nicht dass jemand denkt, ich mache mich über Handwerker oder gar meinen Mann lustig. Ganz im Gegenteil. Ich ziehe vor ihnen allen echt den Hut! Diese Jobs will ich nicht machen!

Bis demnächst…

Sep
27

Wunsch und Wirklichkeit – oder Häusle bauen Teil V

Es ist ja im Leben so eine Sache mit Wunsch und Wirklichkeit. Ich vergleiche die beiden immer mit einem Geschwisterpaar. Man muss sich irgendwie zusammenraufen. Ob man immer will oder nicht, ob das immer so passt oder nicht - und meist tut es das nicht. Dennoch müssen wir uns damit arrangieren, können uns dem nicht entziehen. Bereits seit frühester Kindheit begegnet uns dieses ungleiche Pärchen regelmäßig.

Eigene Kinder habe ich nicht, jedoch einen wesentlich jüngeren Bruder und eine Menge reproduktiver Freunde und Bekannte. Gemäß eigens durchgeführter empirischer Studien sind die Kleinen zu Beginn häufig noch einigermaßen händelbar. Mit zunehmend aufzuweisenden Lebensmonaten beginnt jedoch eine Phase, während der bis aufs Äußerste jeglicher Wunsch durchzusetzen versucht wird. Und wer glaubt, diese erste Trotzphase wäre genug der Erfahrung - Fehlanzeige! Ich persönlich möchte mir dabei gar nicht vorstellen, wie ich wohl damals drauf war…

Tja, und hier bin ich nun, im Heute. Und baue ein Haus, ein Nest mit dem höchstpersönlich auserwählten “Leidgenossen” an meiner Seite. Und natürlich sind die beiden mit dabei: Wunsch und Wirklichkeit. Niemand sagt mehr, man solle dies oder jenes doch lieber anders machen oder gar sein lassen. Man muss sich entscheiden und niemand stupst einen dabei sanft unterstützend vom Beckenrand. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden und was ich hier investiere, muss ich an anderer Stelle einfach einsparen. Man wünscht sich zurück in die Kindheit, in der man sich nach dem Frust über einen nicht erfüllten Wunsch gleich tröstend auf den nächsten stürzte. Der heutige Frust ist eher geprägt von der Gewissheit, dass die meisten unserer Entscheidungen nicht revidierbar sind oder zumindest weitreichende Folgen nach sich ziehen. Sich auf den Boden zu werfen, zu schreien, zu stampfen oder andere Wutausbrüche helfen hier herzlich wenig (immerhin, das haben wir damals gelernt).

Das Leben eines Häuslebauers kann aber auch wirklich hart sein… Eigentlich wollten wir letzten Samstag nur einen Spiegel kaufen. Was können wir denn dafür, dass die auch wunderschöne antike Tische anbieten und wir uns Hals über Kopf in einen solchen verlieben? Und welchen Einfluss haben wir auf unseren Einrichtungsgeschmack, der auch vor Badarmaturen und WCs nicht halt macht (Design oder nicht Design, das ist hier die Frage)? Wo finde ich Einsparpotenziale für das, was man zwei Tage zuvor ausgegeben hat? Und wer bitteschön züchtet Goldesel? Wirklich schwierig…

Trotz aller Hindernisse gibt es allerdings auch ein Gutes an der Sache. Mein Mann und ich haben die gleichen, wenn nicht sogar die selben Wünsche. Das macht die Sache insofern erträglicher, als daß wir Hand in Hand der Wirklichkeit trotzen. Denn eins steht fest: ist er auch meist im Hintertreffen, Bruder Wunsch ist uns irgendwie sympatischer als seine zickige Schwester Wirklichkeit.

P.S. Den Tipp mit der Askese kenne ich bereits ;-)

Bald mehr an dieser Stelle…

Sep
17

Zum Mäuse melken – oder Jagdfieber

Mein Mann lässt sich zum Jäger ausbilden – soweit nix Neues. Hierzu liegt seit Wochen in der ganzen (wirklich in der ganzen) Wohnung verteilt Fachlektüre in Form von Büchern, Zeitschriften und Jägereibedarf-Katalogen. Von Ferngläsern, Zielfernrohren, speziellen Rucksäcken und Kleidungsstücken ganz zu schweigen. Frau gewöhnt sich halt…

Was mich nun stutzig macht ist die Tatsache, dass just mit der neu entflammten Leidenschaft meines Gatten auch unsere beiden Stubentiger ihre Passion für die Jagd neu entdeckt zu haben scheinen. Für mich ist der Beweis erbracht: Katzen sind des Lesens mächtig! Und nicht nur das. Auch Fremdsprachen sind ihnen kein Hindernis. Und Fortbildung scheinbar ein kurzweiliger Zeitvertreib während unserer Abwesenheit.

Wie sonst ist es zu erklären, dass mit dem gleichmäßigen Verteilen und Auslegen von Schriftstücken zum Thema Jagd, welche in einer mir gänzlich unbekannten Sprache verfasst sind (Jägerlatein fühlt sich an wie Finnisch oder schlimmer), unsere Miezen in einer beharrlichen Regelmäßigkeit Mäuse in allen Lebensstadien, Größen und Arten IN die Wohnung bringen!?

Was hatten wir in den letzten beiden Monaten einen Spaß… Lebendige Spitzmaus unter’m Schlafzimmerschrank. Nach dem Übergang ins leblose Stadium eine nicht zu verachtende Duftnote und nach dem wohl unvermeidbaren Übergang in den nächsten Agrarzustand Maden im Schlafzimmer. Oder lebendige Wühlmaus im Wohnzimmer und nach ganztägiger Abwesenheit einen derart vollgesch… Küchenboden, dass ich eine Stunde auf Knien jeden Zentimeter schrubben durfte. Die Maus hat’s unversehrt überlebt und wurde von mir höchstpersönlich mit einem Zahnstocher zum Ritter ge- (nicht er-) schlagen und anschließend in die Freiheit entlassen. Mein Liebster kümmerte sich in der Zeit um den neu angelieferten Waffenschrank – nur um das auch mal festzuhalten. Oder im Abstand von einigen Tagen erst Wühl-, dann fette, dann noch fettere Maus im Bett – vornehmlich nachts, damit man wach wird, wenn gnä’ Herr mit der Beute auf der weichen Matratze spielt (diese Exemplare waren zum Glück alle schon im Mäusehimmel – soviel Einsehen mit uns hat Emil dann doch). Von all den auf der Terrasse von Schnecken (!) vertilgten armen Geschöpfen mag ich hier gar nicht reden – es waren in diesem nassen Sommer unzählige (Schnecken und Mäuse). Außerdem noch diejenigen, welche am hereinbringen gehindert wurden und von meinem Mann per sofort in hohem Bogen in die Hecke, Nachbar’s Garten oder wohin auch immer katapultiert wurden.

Mein Mann hat für all das natürlich eine andere, ganz einfache Erklärung. Vor ca. zwei Monaten ist Penny bei uns eingezogen. Eine 2-jährige, sehr lebhafte kleine rote Katzendame, welche als Jungbrunnen für unseren bis dato Einzelkater dienen soll. Das funktioniert prächtig. Wir sind auf beide stolz wie Oskar. Emil meint nun, er müsse sich bei uns beliebt machen, indem er ab sofort regelmäßiger Beute anschleppt. Dafür spricht seine erheblich höhere Fangrate und die neugewonnene, bis dahin nicht gekannte Agilität. Dagegen seine immer noch unbändige Gemütlichkeit, Selbstsicherheit, Größe und sein Gewicht.

Ich lasse mich von meiner Theorie nicht abbringen. Ich freue mich täglich über meine beiden Racker und mir geht es wie jedem Katzenbesitzer. Was die beiden auch anstellen, wenn sie mich anschauen, mir um die Beine streichen und den Motor anwerfen, bin ich hin und weg und habe alle Arbeit, jeden Schreck und manchmal auch Ärger vergessen! Ich lobe bis ins Unermeßliche und hoffe dabei unterbewusst, dass mich niemand hört. Und natürlich sind beide die klügsten und liebsten Geschöpfe auf diesem Planeten!

Ich liebe meine Katzen – und die beiden mich hoffentlich auch :-)

Weidmannsheil.

P.S. Mein Mann fischt auch – nur gut, dass die beiden keine toten Fische unter’m Schrank verstecken… ;-)

Sep
15

Wie man’s macht…

Mittagspause, die Sonne lacht vom Himmel, der Bauch ist prall gefüllt – wir sprachen bereits mehrfach darüber…

Was aber, wenn der Tag strahlt und einem selbst das solche vergeht, weil man zurück an den Schreibtisch muss, statt sich draußen aufhalten zu können? In diesem Jahr ist dies gefühlt die Höchststrafe – schließlich war der Sommer alles andere als erheiternd.

Man läuft also so vor sich hin und sinniert über all jene Dinge, welche man jetzt gerade im Moment so schön machen könnte: fotografieren (dem Hobby nachgehen), faul in der Sonne sitzen (dem Mühßiggang frönen), das Heim putzen (kann man, muss man aber nicht)…

Und dann kommt mein Mann, der verkannte Philosoph: Wir müssen arbeiten, weil wir ein Haus bauen, weil wir fotografieren, fischen, jagen wollen, weil wir Auto fahren wollen, weil wir verreisen wollen, weil wir essen und essen gehen wollen, weil unsere Stubentiger sich nicht von Mäusen ernähren wollen… Würden wir das alles nicht wollen, müssten wir nicht arbeiten und hätten eine Menge Zeit für all diese schönen Dinge des Lebens!

Recht hat er ja. Wunsch und Wirklichkeit sind meist nicht kompatibel. Das ist schon lange bekannt. Aber muss es denn so hart sein, an einem solch herrlichen Tag? Und welche Alternative gibt es? Nicht arbeiten, damit man sich zu Hause langweilt, weil man sich die Annehmlichkeiten des Lebens nicht leisten kann? Pest oder Cholera – das ist hier die Frage!

Ich entscheide mich für die Pest und sitze bei strahlend blauem Himmel am Schreibtisch. Könnte schlimmer kommen, oder!?

Sep
15

Ungeduld und Vorfreude – oder Häusle bauen Teil IV

Während der Bauphase gewöhnt sich der einigermaßen auf “normal” geeichte Bauherr zwangsläufig eine gewisse Umgangsweise mit dem üblichen Wahnsinn an. Man kann sich denken, dass diese Art und Weise bestenfalls etwas mit Ruhe und Geduld zu tun hat – oder jedenfalls zu tun haben sollte.

Ab einem gewissen Punkt weicht die mühsam errungene Gelassenheit jedoch einer permanent andauernden Unruhe, welche eindeutig der Vorfreude zuzuschreiben ist. Und wenngleich unbedingt notwendig, um z. B. die exakte Platzierung von Steckdosen, Lichtschaltern und anderem unscheinbaren, wenn auch wichtigen Kleinkram festzulegen, sind die nun regelmäßigeren Besuche der Baustelle hier keine wirkliche Hilfe. Im Gegenteil… Man scharrt sprichwörtlich mit den Füßen im Sand und möchte lieber heute als morgen die Kisten packen (sicher ein ebenso blogfüllendes Thema). Möbel werden ausgesucht, gekauft. Stühle werden in der Phantasie solange hin und her gerückt, dass man meint, man leide unter Erscheinungen. Man hört das Klappern von Töpfen in der Küche, das Brummen der Waschmaschine im HWR, das Plätschern von Wasser im Bad… Kurzum, das Kopfkino macht seinem Namen alle Ehre – und bereitet mir schlaflose Nächte. Konzentration auf all die weiteren wichtigen Dinge im Leben? Fehlanzeige! Die Gedanken kreisen in einer Endlosschleife um Haus und Hof und lassen keinen Raum für anderes.

“Na, und?” mag jetzt so mancher denken. Ist doch toll. Läuft doch. Ist ja auch endlich. Was beschwert die sich denn jetzt?

Ich beschwere mich nicht. Ganz und gar nicht. Unser Budget sieht nur keine neuen Schuhe wegen durchgescheuerter Sohlen und kiloweise Farbe zum Verbergen der Augenringe vor. Wie erkläre ich das bitte meinem Mann? :-)

Der Tag X rückt näher…

Jul
05

Multitasking – oder Häusle bauen Teil III

Zunächst zur Überschrift, bevor mich hier noch jemand für inkonsequent hält: für mich gibt’s tatsächlich im Deutschen kein einziges Wort, dass Multitasking so kurz und prägnant beschreiben könnte wie eben Multitasking selbst. Wer um alles in der Welt würde auch “Mehrprogrammbetrieb” sagen, wenn es doch um eine menschliche Eigenschaft geht? Ok, manchmal komme ich mir wirklich vor wie eine Maschine – ohne Herz und ohne Seele - die einfach nur zu funktionieren hat. Aber das ist ein ganz anderes Thema…

Hier und jetzt geht’s natürlich mal wieder um’s Häuschen (das übrigens schon gen Himmel wächst – und gedeiht). Allem voran geht es aber um die Tatsache, dass sich ab einem gewissen Zeitpunkt im Häusle-Bau-Projekt die Ereignisse und damit zusammenhängenden Entscheidungen häufen. Und zwar derart, dass ein üblicherweise belastungsfähiger Mensch ganz schnell mal an seine Grenzen stößt. Und um den Schwierigkeitsgrad noch ein wenig zu erhöhen: alles hängt irgendwie voneinander ab und muss, damit das alles so passt wie angedacht, jetzt und per sofort, bestenfalls gestern schon durch die Tür sein.

Was ist passiert? Och, nix besonderes ;-) Außer, dass meine bessere Hälfte einen sehr ambitionierten Plan die Elektroinstallation betreffend hegte – bis ihm dieser Zahn, für uns alle recht unsanft, gezogen wurde. Ich muss sicher an dieser Stelle nicht erwähnen, dass das Thema daher heute noch immer vakant ist und wir verzweifelt nach einem fähigen und v. a. gewillten Elektriker suchen, der zudem eine bezahlbare Entlohnung für sein Gewerk vorsieht. Dass die Fenster eigentlich schon bestellt sein müssten, wir aber noch nicht wissen, wer uns die denn nun einsetzen soll. Dass ich mir seit zwei Wochen das Hirn zermartere, weil ich nicht weiß, wie unser Masterbad mal aussehen wird. Dass wir diesbezüglich gestern mal eben zwei Stunden mit unserem Architekten zusammen gesessen haben. Und das natürlich ohne nennenswertes Ergebnis. Um das zu erläutern: es geht hier nicht um Keramik, Fliesen o. ä. nebensächlichen Kleinkram. Es geht hier um harte Fakten, um Wände, Anschlüsse und Sonstiges, über dessen Anbringung man sich vor dem Anbringen der Zwischendecke im Klaren sein sollte - besagte soll übrigens diese Woche angebracht werden. Ach, würde ich es auf die Spitze treiben wollen, fielen mir ad hoc sicher noch einige solcher Dinge ein.

Irgendwie ist das schon komisch. Als Kind zappelt man rum, möchte alles gleichzeitig und bekommt Sprüche wie ”In der Ruhe liegt die Kraft” zu hören. Irgendwann endlich versteht man den Sinn dahinter und hat sich dann mühsam diese besagte Ruhe und Besonnenheit angeeignet, sich angewöhnt, eine Sache nach der anderen anzugehen, weil das doch viel erfolgsversprechender ist. Und dann muss man wie aus dem Nichts alles wieder über Bord werfen, “Multitasking” ist urplötzlich das Zauberwort einer ganzen Gesellschaft. Kann mir das irgendjemand erklären?

Bis dahin versuche ich, mein Hirn gerade zu rücken, tief ein- und aus zu atmen und mich auf die vielen kleinen Dinge im Leben zu konzentrieren, die da noch so abgearbeitet werden wollen. Gibt ja auch nix schlimmeres als Langeweile, oder!?

P.S. Der Küchenverkäufer kann sich aber mittlerweile freuen ;-)

Es geht weiter…

 

Jul
01

Schreibblockade!?

Dieser Eintrag ist für all jene, welche sich fragen, warum hier z. Zt. nichts passiert…

Die sich hier austobenden Schreiberlinge sind allesamt bestens erholt aus dem Urlaub zurück. Daraus ergibt sich als erste Erklärung: wir waren einfach mal weg – und haben die vom Denken und Ärgern befreite Zeit voll und ganz genossen. Der zweite Grund ist, dass wir absolut gut drauf und relaxt sind und somit keine Veranlassung sehen, uns die Haare zu raufen.

Obwohl… Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir ad hoc einige Dinge ein, die mich in den letzten Tagen auf die Palme hätten bringen können. HÄTTEN. Wäre da nicht dieses Gefühl von Leichtigkeit, von Sommer, Sonne, guter Laune und von ausgestreckten Körperteilen, welche dem Gegenüber ganz klar signalisieren, was ich von ihm halte! Das Leben kann so schön sein :-)

 

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